Die Wärmetherapie gehört zur sogenannten Thermotherapie und ist ein ergänzendes Heilmittel in der Physiotherapie. Sie wird gezielt eingesetzt, um andere therapeutische Maßnahmen zu unterstützen und deren Wirkung zu verstärken.
In diesem Artikel erfährst du, welche Formen der Wärmetherapie es gibt, wann sie eingesetzt wird und was du bei der Verordnung beachten musst.
🔥 Was ist Wärmetherapie?
Wärmetherapie beschreibt die Behandlung mit gestrahlter oder geleiteter Wärme durch unmittelbare Erwärmung des Körpers.
👉 Typische Wirkungen sind:
- Förderung der Durchblutung (arterielle Hyperämie)
- Steigerung des Stoffwechsels
- Schmerzlinderung
- Entspannung der Muskulatur (Muskeldetonisierung)
- Verbesserung der Dehnfähigkeit von Gewebe
- Reflektorische Wirkung auf innere Organe
- Vegetative und psychische Entspannung
📋 Welche Formen der Wärmetherapie gibt es?
Die Thermotherapie umfasst verschiedene Maßnahmen. In der Physiotherapie sind insbesondere folgende Wärmeanwendungen relevant:
🌬️ Heißluft (X1517)
Strahlende Wärme, z. B. durch Infrarot
- Anwendung im Sitzen oder Liegen
- Behandlung einzelner oder mehrerer Körperbereiche
- Ziel: Muskelentspannung und Schmerzlinderung
- Behandlungsdauer: ca. 10–20 Minuten
🧱 Warmpackungen (X1501)
Wärmeleitung durch Fango, Moor, Paraffin oder ähnliche Materialien
- Individuelle Anpassung an Körperregion
- Kombination aus Wärme und Nachruhe
- Intensive Wärmewirkung
- Behandlungsdauer: ca. 20–30 Minuten
❗ Hinweis:
Peloid-Packungen (z. B. Fango) dürfen nur patientenbezogen wiederverwendet werden.
🌀 Heiße Rolle (X1530)
Feuchte Wärme durch aufgerollte, heiße Tücher
- Lokale intensive Wärmeeinwirkung
- Kombination aus Wärme und mechanischem Reiz
- Auch Wirkung auf innere Organe möglich
- Behandlungsdauer: ca. 10–15 Minuten
🔊 Ultraschall-Wärmetherapie (X1531)
Tiefe Wärmewirkung durch hochfrequente Schallwellen
- Behandlung tiefer Gewebeschichten (Muskeln, Gelenke)
- Einsatz bei chronischen oder subakuten Beschwerden
- Löst Gewebeverklebungen
- Behandlungsdauer: ca. 10–20 Minuten
🛁 Wärmetherapie als Bad (X1532 / X1533)
Voll- oder Teilbäder mit z. B. Moor oder Fango
- Temperaturbereich: ca. 38–42 °C
- Kombination aus thermischer und mechanischer Wirkung
- Entlastung von Gelenken durch Auftrieb
- Behandlungsdauer: ca. 15–45 Minuten
⚖️ Verordnung: Das musst du beachten
Wärmetherapie ist ein ergänzendes Heilmittel und unterliegt bestimmten Regeln:
- Sie darf in der Regel nur in Kombination mit einem vorrangigen Heilmittel verordnet werden, z. B.:
- Krankengymnastik
- Manuelle Therapie
- Massagetherapie
- Pro Verordnung ist maximal ein ergänzendes Heilmittel zulässig
- Ausnahme:
Ultraschall-Wärmetherapie kann indikationsbezogen auch isoliert verordnet werden - Mehrere ergänzende Heilmittel gleichzeitig sind nicht als Einzelverordnung möglich
🧾 Wie wird Wärmetherapie auf der Verordnung angegeben?
Wärmetherapie kann auf der Verordnung auch ohne konkrete Angabe wie Heißluft, Fango oder Heiße Rolle stehen.
📌 Was bedeutet das konkret?
Wenn auf der Verordnung nur „Wärmetherapie“ steht, dann:
- ist keine spezifische Maßnahme festgelegt
- kann die konkrete Anwendung therapeutisch ausgewählt werden
- erfolgt die Auswahl auf Basis des Befundes und der Verträglichkeit des Patienten
👉 Wenn der Arzt eine konkrete Form der Wärmetherapie angibt (z. B. Fango, Heiße Rolle oder Ultraschall), ist genau diese Maßnahme durchzuführen und abzurechnen. Eine eigenständige Änderung oder Auswahl einer anderen Wärmeanwendung ist in diesem Fall nicht vorgesehen.
📖Das könnte dich außerdem interessieren: